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Die unauffälligen "Gastarbeiter"

Eine Veranstaltung im Rahmen der "Straßenkreuzer Uni"

Themenblock | Das kommt mir Spanisch vor

Die unauffälligen „Gastarbeiter“

Diskussion — Wie haben sich Tausende Spanier in den 1960er Jahren integriert?

Das Wirtschaftswunder war schuld. Deutschland suchte Anfang der 1960er Jahre Arbeitskräfte und schloss einen Vertrag mit Spanien. Schon 1961 trafen wöchentlich mit Sonderzügen etwa 1000 Männer und Frauen in Köln ein, insgesamt kamen bis in die 1970er Jahre rund 600.000 Spanier nach Deutschland. Viele von ihnen nutzten die Chance, dem Franco-Regime zu entfliehen. Andere suchten Arbeit und Verdienst. Sie erhielten Unterstützung: Überall entstanden spanische Clubs, die Arbeitsämter boten Rechtsberatung an und der Bayerische Rundfunk sendete ab 1964 täglich 45 Minuten auf Spanisch. Auch in Nürnberg waren die „Gastarbeiter“ aus Spanien willkommen. Rund 5000 kamen und arbeiteten beispielsweise bei MAN, Bosch und Quelle, es gab sogar eine spanische Schule in der Stadt. Wie haben die Spanier das Ankommen erlebt, warum konnten sie sich so reibungslos integrieren? Ihre Erfahrungen schildern Spanier der ersten und zweiten Generation sowie Gewerkschafter und bauen damit eine Brücke ins Heute: Wie kann Integration gelingen?

Antonio Fernandez Rivera, Jahrgang 1956, stammt aus Südspanien und kam 1968 nach Nürnberg. Er besuchte die spanische Schule und ist heute selbstständiger Kaufmann und Stadtrat für die SPD. Als Vorsitzender des Centro Español setzt er sich seit 2000 für die Belange der hier lebenden Spanier ein.

Gerd Lobodda, Jahrgang 1947, war Gewerkschafter mit Leib und Seele. In Sulzbach-Rosenberg geboren, arbeitete er bis 1973 in der Maxhütte. Von 1983 bis 2007 war er der 1. Bevollmächtigte der IG Metall in Nürnberg und hat in dieser Funktion auch die Ankunft der Migranten begleitet. Heute ist er als Berater tätig.

Eine Veranstaltung im Rahmen der  Straßenkreuzer Uni
 Das Programm des Sommersemester 2017 zum Download.